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some Tunes about: Chris Whitley

Eigentlich wollte ich ja was über unseren Garten schreiben. Aber dann betörte mich die Playlist mit ein paar fast vergessenen Songs…

Chris Whitley’s Musik zu beschreiben ist schwer. Ich sag immer schwere Texte und fiebrige Gitarre. Zwirbelt sich so unter die Haut. Einer der wenigen wirklichen Gitarrengroßmeister. Der Grund, warum man sich eine Resonatorgitarre kauft oder überhaupt Gitarre lernen möchte. Der Mann, der mit seinen Tunings die abgefeimtesten Gitarristen vor Rätsel stellt. „Wie macht’n der den Ton da jetzt – is bestimmt gesequenzed“
Nö, is Akustik, live, ohne Stecker, ohne 19″ Schnickschnack. Der spielt das wirklich so… irgendwie…

Beim zweiten Stück in dem Video handelt es sich um „narcotic Prayer“ – für mich ist das eins der allergrößten Gitarrenstücke überhaupt. Kennt praktisch niemand. Unfassbar. Und irgendwie beschämend, wenn man bedenkt, mit was für einem Musikschrott man tagtäglich so  „beglückt“ wird.

 

Chris hat eine Tochter, …Trixie…

RIP Chris – we miss you
Rock on Trixie

80 Dinner – Tag 1

Begonnen wird die Reise in London – und zwar im Reform Club, den es tatsächlich gibt, der allerdings nicht den Anschein macht, als könne man da so einfach hineinspazieren wie in die Museumscafeteria.

Das erste Gericht ist dann auch gleich entsprechend nobel und wird in 5 Gänge unterteilt. Den letzten Gang – einen Tee – substituieren wir auch gleich ganz weltmännisch durch ein Glas französischen Rotwein, welches wir wiederholt gleich beim Kochen trinken. Ich bin nicht so der „schwarze Teetrinker“.
Beim Einkauf der Zutaten wird auch recht schnell die Exklusivität des Londoner Clubs hervorgehoben. Nämlich genau zu dem Zeitpunkt an dem man an der Fischtheke die erforderliche Seezunge ordert. Diese Zungen kosten derzeit 60€ pro Kg und bewegen sich damit auf dem Preisniveau von erlesenem argentinischem Rinderfilet (das Projekt drohte an diesem Punkt bereits zu scheitern – die Fleischtheke befindet sich ja gleich nebenan). Aber als Weltreisender auf den Spuren von Herrn Fogg lässt man sich von solch banalen Dingen natürlich nicht beirren – ebenso wenig wie von der Tatsache, das es quasi unmöglich ist, Mitte Januar den für Gang 4 benötigten Rhabarber käuflich im Supermarkt zu erwerben.
Da wir ja den Tee schon weglassen wollen haben wir bei den „Crumbles“ kurzerhand auf Pflaumen umgeschwenkt – das schien mir halbwegs akzeptabel. Herr Fogg würde das sicher auch verstehen.

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Die wichtigsten Zutaten liegen schonmal auf dem Operationstisch

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diese ausgefeilte Kochtechnik taufen wir kurzerhand Ampelschnippeln – grün, gelb, rot…

Bei der Lektüre des Kochkompendiums stolpert man unweigerlich über diverse Fachtermini wie z.B. pochieren oder sautieren…
Gut, wenn man da eine Hausbibliothek in der Hinterhand hat (man kann es aber auch unstylisch im Internet suchen)

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Die Teubner Küchenpraxis – nicht billig, aber immer für eine solide Erklärung gut

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selbstgemachter Gemüsefond

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der sündhaft teure Fisch benimmt sich recht platzsparend auf dem Teller

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sautierte Pilze und das Roastbeef

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Hier sollte eigentlich der Rhabarber rein – die Pflaum gingen aber auch

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statt des Tee haben wir uns für einen gediegenen Aquavit entschieden

Das geplante Menü:

  • Dover Sole ~ Seezungenfilets
  • Cock’s Reading-Sauce
  • Gegrilltes Roastbeef
  • Sautierte Pilze
  • Rhubarb Crumble ~ Pastete mit Rhabarberfüllung
  • Tea aus Clubeigenen Pflanzungen

Unsere Erkenntnisse:

  • Das Roastbeef haben wir nicht gegrillt sondern in einer Pfanne mit Deckel zubereitet. Die empfohlene Alufolienbehandlung haben wir weggelassen, würden das aber das nächste Mal wohl doch so probieren.
  • Das Fleisch möglichst dünn schneiden
  • Die Seezunge ordentlich würzen – die Sahne haben wir vergessen, fiel auch nicht weiter auf
  • Das mit den Pflaumen geht wohl auch – aber definitiv weniger Zucker nehmen. Das ganze war viel zu süß (lag vielleicht aber auch an den Pflaumen)
  • Temperaturen und Zeiten (so sie denn überhaupt angegeben sind) sollte man nicht ganz so genau nehmen

Unter dem Stichwort Kulinarium habe ich eine Karte hinterlegt, auf der man die Reise geografisch verfolgen kann.

Das 80 Dinner Projekt

Ab und zu kochen wir gern. Es ist jetzt nicht unser Lebensinhalt, wir beschäftigen uns auch nicht tagein tagaus mit Ernährungsratgebern und wir machen auch keine Raketenwissenschaft aus der Zubereitung einer Bratwurst – aber kochen macht uns schon Spass.

Mitunter kaufen wir auch Kochbücher. Vorzugsweise Schöne. Also jetzt nicht unbedingt Advanced Spiegelei mit irgendeinem Fernsehpromi auf Hochglanz. Omas Geheimrezepte vom Trödelmarkt sind da inhaltlich meist ergiebiger. Ein Kochbuch, welches ich neulich wieder im Regal fand inspirierte uns dann zu einem neuen Kochprojekt:

In 80 Diners um die Welt

80_Dinner_Kochbuch

Im Buch wird die Reise des Phileas Fogg aus dem Jules Verne Roman auf kulinarische Weise nachempfunden. Anders ausgedrückt – man kocht sich in 80 Gerichten quasi einmal um den Globus. Und wir machen das nun auch und berichten von der Reise.

Unter dem Stichwort Kulinarium habe ich eine Karte hinterlegt, auf der man die Reise geografisch verfolgen kann.

Zum Thema „Highperformer“…

und ähnlich schwachsinnigem Elitegesülze habe ich kürzlich ein kleines Gedicht gefunden. Leider ist mir die Quelle unbekannt und es ist jetzt auch nicht Literaturnobelpreisverdächtig. Aber man sollte sich schon mal die Zeit nehmen und einen kurzen Augenblick drüber nachdenken. Und vor allem sein eigenes Verhalten reflektieren.

„Wie hinter fortgewehten Hüten
So jagen wir Terminen nach.
Vor lauter Hast und Arbeitswüten
Liegt unser Innenleben brach.
Wir tragen Stoppuhr´n in den Westen
Und gurgeln abends mit Kaffee.
Wir hetzen vom Geschäft zu Festen
Und denken stets im Exposé.
Wir rechnen in der Arbeitspause
und rauchen fünfzehn pro Termin.
Wir kommen meistens nur nach Hause,
Um frische Wäsche anzuziehn.
Wir sind tagein – tagaus im Traben
Und sitzen kaum beim Essen still.
Wir merken, daß wir Herzen haben
erst, wenn die Pumpe nicht mehr will.

WIR IDIOTEN!“

Es ist ein Bus

Ja, wir fahren mit dem Bus. In Zeiten, in denen die Welt nach Elektromobilität und sparsamen Verbräuchen schreit und der Begriff „Nachhaltigkeit“ völlig zu recht in den Köpfen der Konsumenten reift – kaufen wir uns einen Bus. 140PS. Knapp 3t Gewicht und bei sparsamer Fahrweise ein Verbrauch von 8,x Litern Diesel. Allrad.

„Was willst’n damit?“ werd ich oft gefragt und schaue bei solcherlei Fragen meist etwas hilflos drein.
„Fahren“ sag ich meist. „in Urlaub – und auch so mal…“.
„Ist das nicht viel zu teuer, für’n Auto – der kostet doch mindestens…“

Aber es ist kein Auto. Es ist ein Bus.
Genau genommen ein VW-Bus (nein Bullis sind die älteren – die mit den Heckmotoren) und er kostet sogar noch mehr. Und nein es ist nicht zu teuer. Man kauft so einen Bus ja nicht, um damit Husch-Husch von A nach B zu brettern. Ein Bus wurde gebaut um damit zu parken. Wann und wo man will und möglichst lange. Er kann Kaffee kochen und Bier kühl halten. Ich kann darin Bücher lesen, Zähne putzen und mir den Regen angucken. Und wenn man müde ist, schläft man drin.

Ökologische Bedenken? Nein, hab ich nicht. Ich fahre jeden Tag 12 km zur Arbeit hin und 12km wieder zurück. Mit dem Fahrrad. Ja, auch im Winter bei -15°C. Mir macht das Spass – wirklich.
Wir fliegen auch nicht mit dem Flugzeug auf völlig überforderte All-Inklusive-Inseln oder spielen im Urlaub wochenlang Titanic auf’m Mittelmeer.
Deswegen haben wir ja einen Bus. All-Inklusive ist da quasi eingebaut.

Ich weiß nicht wie ich’s erklären soll – der Kauf eines Busses es ist nicht rational zu begründen. Soll es auch nicht. Jeder macht das aus seinen ganz eigenen Gründen.
Für mich ist es die Legitimation auch langsam fahren zu dürfen und ich muss mich nicht mehr mit lästigen Urlaubsplanungen auseinandersetzen. Hier reicht jetzt schon ein Blick auf die Wetterkarte.
Wenn man in einen Bus einsteigt, hat man ständig dieses wunderbare Gefühl – Urlaub. Auch wenns nur zum Getränkemarkt geht.

Und dann ist da noch diese unbeschreibliche Aura oder wie es irgendwo mal jemand geschrieben hat:

„ein paar Minuten drin sitzen und damit fahren reicht meist schon“

Es ist eben kein Auto

Es ist ein Bus